Frage und Antwort! Sozialleben der Jugendlichen in China

Diese Frage habe ich in einem Kommentar bekommen und beantworte sie hier. Wenn ihr noch mehr Fragen habt, dann schreibt mir unten in den Kommentaren!
„Ich wüsste gerne noch mehr zur Interaktion zwischen jungen Menschen – gibt es Grüppchenbildung, Zickenkrieg, Eifersucht, Neid? Mehr oder weniger als in Deutschland?“
Antwort: Generell haben die Jugendlichen hier ganz andere Vorraussetzungen für ein soziales Leben, schließlich verbringen sie fünf Tage die Woche von sieben Uhr morgens bis neun Uhr abends in der Schule. Ca. 80% der Schüler leben außerdem auf dem Schulgelände in 8-er Zimmern. Da es wenige Wahlkurse gibt finden diese fast immer im klassenverband statt, der je nach Schulform bis zu 80 Schüler groß sein kann. Da es schon seit dem Kindergarten/Grundschule so ähnlich aussieht, sind die meisten das so gewöhnt und es gibt wenig Auseinandersetzungen. Viele sind auch einfach zu sehr mit lernen beschäftigt, als das sie sich um andere Sachen kümmern könnten.
Die Schule hier ist sehr sehr seeeehr auf Konkurrenz ausgelegt. Das bedeutet, die Noten werden nach jedem Test in einem Ranking berechnet. Man bekommt nicht nur seine Leistung, sondern auch seine Position in der Klasse, im Jahrgang, und bei den Endexamen auch in der Stadt. Über solche Leistungen gibt es immer mal wieder schlechte Stimmung und ab und zu geben auch Leute gezielt Informationen nicht weiter oder sagen anderen falsche Tipps für die Hausaufgaben, um diese zu verschlechtern und selbst im Ranking nach oben zu kommen. 
Generell haben viele Chinesen meiner Generation („Social Girls“ ausgenommen) eher weniger Freunde als wir in Deutschland. Es gibt weniger feste Freundesgruppen, eher hat man eine oder zwei sehr gute Freunde in der Klasse. Außerhalb der Schule treffen sich viele dann noch mit alten Freunden, man durchläuft hier ja eine Menge verschiedene Klassen und kennt somit auch eine Menge Leute.
Bei den Social Girls und in meinem Internationalen Bereich hier ist das eine ganz andere Geschichte. Um im Ausland auf die Uni zu gehen braucht man nämlich für chinesische Verhältnisse eine Menge Menge Geld. Einige wenige wie zum Beispiel meine gastschwester bekommen das von reichen Verwandten oder einem Stipendium bezahlt. Andere hingegen sind einfach gesagt sehr sehr seeeehr reich. Und so was führt immer zu schwierigkeiten, gerade wenn der Druck weniger ist als im normalen Bereich der Schule, wo allen der Gaokao, der chinesische Universitätstest droht. Da gibt es dann schon mehr streitereien, aber auch nicht mehr als in Deutschland…

2 Kommentare

  1. Danke Ivi!

    Ich frag nachher mal Joshi, was der gerne noch so über das Leben in China wüsste…

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