Verrücktes aus China #20: Der Rothaarige Foreigner

Auch wenn es vielleicht ab und zu so aussehen mag, China ist immer noch ein anderes politisches System als Deutschland. Und es gibt eine Menge, Menge seltsame Dinge die damit einhergehen. Ich weiß ja nicht ob ihr von dem Rothaarigen Foreigner gehört habt, der in der Expat-Community hier berühmt worden ist.
Vor ein paar Wochen wurden mal wieder neue Propagandaposter aufgehängt. Nichts neues. Hier in Zhengzhou gibt es auch eine Menge, meistens jedoch ganz harmloser Kram oder sogar sinnvoll; Achte auf die Alten und deine Familie zum Beispiel.
In Beijing aber gab es jetzt Poster mit einem Comic der die folgende Geschichte erzählt: Xiaoli oder Kleine Li, eine sehr hübsche junge Angestellte im öffentlichen Dienst und sehr parteitreu. Sie trifft einen sehr gutaussehenden Foreigner, der so tut als ob er hier chinesisch lernt. Er überschüttet sie mit roten roten und Komplimenten und nimmt sie mit auf teure Dates. Dann möchte er, dass kleine Li ihm vertrauliche Dokumente aus ihrer Arbeit bei der Partei mitbringt, was sie natürlich ablehnt (sie liebt die Partei). Dann aber kann er sie überzeugen. Am Ende wird kleine Li von der Sicherheitspolizei abgeführt und der Foreigner entpuppt sich als Spion. 
Und die Moral dieser Geschicht‘?

Date gutaussehende Foreigner nicht!

6 Kommentare

  1. kannst du so ein plakat „achte die alten und die familie“ besorgen? find ich gut. ansonsten: heissen die Spion-Typen hier nicht Romeos, also von der Stasi gab es solche in Bonn jedenfalls, heisst es, sagt man

    • Hmmm naja ich finde die Story halt schon etwas seltsam… So äußert sich die Spaltung Chinas in neues und altes auch: Einerseits pumpt die Regierung Geld in Programme die Foreigner nach China holen, andererseits trauen sie ihnen aber auch nicht so ganz über den Weg…

      Die Plakate sind echt sehr sehr groß und unnötig, sollte ich irgendwo ein kleines finden bringe ich euch das mit 🙂

  2. Hi, z.B. in den meisten IT Firmen ist ein jährliches Sicherheitstraining für Datenschutz vorgeschrieben, und da kommt genau dieses Szenario auch vor. Nicht so plakativ, und romantisch unterlegt natürlich, aber genau die selbe Geschichte. Du musst dann per multiple Choice angeben, ob die Mitarbeiterin, oder Sekretärin, oder Systemadministratorin oder was auch immer die Daten übergeben sollte. Ja? Nein? Es ist natürlich ok, dass für Datenschutz sensibilisiert wird. Aber die Bevölkerung für potentielle Spionage sensibilisieren, wofür soll das denn gut sein, wenn nicht dafür, Angst vor dem „Feind“ zu schüren. Bei uns geht das die Bevölkerung nichts an, es wird keine Angst geschürt. Es wird aber in den Unternehmen und Behörden gezielt diskutiert bzw. vermittelt.

    • Ja klar ist das wichtig Leute für Datenschutz zu sensibilisieren und gerade die kleine Xiao Li von der Regierung war da etwas naiv… Aber hier in Zhengzhou wo die meisten keine Auslandserfahrung haben und eher weniger gebildet sind (ich kenne sogar mehrere Analphabeten!) kam es bei mir auch schon vor das ich gefragt wurde, was ich denn hier für Fotos von der Baustelle machen würde… Poster wie diese sind halt eher kontraproduktiv gegen andere Ziele wie das 211-Programm für die Internationalisierung der Hochschulen (gerade in Beijing)y ich bin auf jeden Fall erst mal froh dass es die Poster nicht nach ZZ geschafft haben!

  3. Kann ich nur zustimmen. Aufklärung ja, Angst schüren nein. Je weniger die Leute mal über den eigenen Tellerrand schauen konnten, desto empfänglicher sind sie ja für einfache Botschaften und polarisierendes Gefankengut. In Deutschland wird das gerade mal wieder in den Wahlergebnissen auf Länderebene sichtbar.

    • Wobei man das natürlich gar nicht vergleichen kann mit dem was wir in Deutschland täglich an Kultur ausgesetzt sind. Ich meine hier kommt man duch die Schule durch ohne Weltgeschichte zu behandeln! Mehrere sprachen mich schon an und meinten: „Oh Deutschland! Schnelle Autos, Bier und Hitler! Ich bin ein großer Fan von Hitler!“ Ich erkläre, das auch wenn Hitler vielleicht eine recht gute Armee hatte der viele leute umgebracht hat. *Schulterzucken* „Und mit den Japanern war der auch noch verbündet! Na also dann muss er ja schlecht sein.

      An solchen Reaktionen sieht man es…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.